Die Frage kommt in fast jedem ersten Telefonat: Was kostet das? Und die ehrliche Antwort lautet zuerst einmal: Es hängt davon ab. Nicht weil Fotografen gerne im Nebel bleiben, sondern weil zwei Anlässe mit derselben Dauer sehr unterschiedlichen Aufwand bedeuten können. Dieser Beitrag macht die Zahlen greifbar: Welche Preisspannen in der Schweiz üblich sind, welche Faktoren den Preis wirklich treiben, was in einer seriösen Offerte enthalten sein muss und woran du erkennst, dass ein günstiges Angebot am Ende teurer wird.
Die kurze Antwort: Preisspannen für Eventfotografie in der Schweiz
Für Business Events bewegen sich professionelle Ansätze in der Schweiz in folgenden Bereichen. Ein kompakter Einsatz von zwei Stunden – typisch für eine Eröffnung, einen Apéro oder den offiziellen Teil eines Anlasses – liegt bei rund 600 bis 900 Franken. Ein halber Tag mit vier Stunden vor Ort kostet etwa 1100 bis 1500 Franken. Ein ganzer Eventtag mit acht Stunden, wie er bei Kongressen, Messen oder Galas mit Dinner anfällt, liegt bei 1500 bis 3000 Franken. Mehrtägige Produktionen werden über Tagessätze abgerechnet, wobei der zweite und dritte Tag häufig günstiger sind, weil Vorbereitung und Anfahrt nur einmal anfallen.
Diese Zahlen verstehen sich inklusive Bildbearbeitung, Lieferung und Nutzungsrechten und exklusive Mehrwertsteuer. Wer deutlich darunter anbietet, lässt in der Regel etwas weg: die Nachbearbeitung, die Kuration, breite Nutzungsrechte oder die Verfügbarkeit an Randzeiten. Wer deutlich darüber liegt, arbeitet meist mit größeren Teams, aufwendiger Lichttechnik oder in einem Marktsegment, in dem Exklusivität mitbezahlt wird.
Warum nicht einfach ein Stundensatz?
Der häufigste Denkfehler bei der Budgetierung ist, Eventfotografie in Stunden vor Ort zu rechnen. Dabei geht unter, dass auf jede Stunde Fotografie etwa eine Stunde Arbeit am Bildschirm folgt. Von einem vierstündigen Anlass kommen leicht 1200 bis 2000 Aufnahmen. Daraus wird zuerst technisch aussortiert, dann inhaltlich kuratiert, dann bearbeitet: Belichtung, Weißabgleich, Kontrast, Farbe, gelegentlich Retusche eines störenden Details. Dazu kommen Export in mehreren Auflösungen, Metadaten, Upload und die Kommunikation drumherum.
Ein Fixpreis pro Paket löst dieses Problem für beide Seiten. Du weißt vor der Buchung, was der Anlass kostet, und musst nicht kalkulieren, was passiert, wenn das Programm fünfzehn Minuten überzieht. Und ich muss nicht mit der Uhr in der Hand fotografieren, sondern kann noch den Moment mitnehmen, in dem sich nach dem offiziellen Teil die interessanten Gespräche ergeben. Genau dafür arbeite ich mit Fixpreis-Paketen.
Die fünf Faktoren, die den Preis wirklich bestimmen
Wenn du wissen willst, wo dein Anlass in der Spanne landet, hilft ein Blick auf diese fünf Punkte. Sie erklären praktisch jede Preisdifferenz, die dir in Offerten begegnet.
- Einsatzdauer. Der offensichtlichste Faktor, aber nicht linear: Der Sprung von zwei auf vier Stunden verdoppelt den Preis nicht, weil Anfahrt, Vorbereitung und Grundaufwand nur einmal anfallen.
- Lieferfrist. Standard sind erste Highlights innerhalb von 24 Stunden und die komplette Strecke in drei bis fünf Arbeitstagen. Eine Lieferung noch am Eventabend bedeutet Bearbeitung vor Ort und Nachtarbeit – das wird separat verrechnet, kostet aber selten mehr als ein paar hundert Franken.
- Komplexität. Parallele Bühnen, mehrere Räume, Gruppenaufnahmen mit mobiler Blitzanlage, Red Carpet mit kontrolliertem Licht, Akkreditierungsauflagen: All das kostet Vorbereitung und manchmal eine zweite Person.
- Anfahrt und Übernachtung. Innerhalb der Zentralschweiz und im Mittelland ist die Anfahrt bei mir inbegriffen. Für Genf, Lugano oder Chur kommen Reisekosten dazu, bei frühem Beginn am Folgetag auch eine Übernachtung.
- Zusatzleistungen. Mitarbeiterporträts am Anlass, ein betreutes Fotocorner, kurze Vertikalvideos für Social Media oder Aussenaufnahmen in der Dämmerung sind sinnvolle Ergänzungen, die du separat dazubuchen kannst.
Was in einer seriösen Offerte stehen muss
Vergleichbar werden Angebote erst, wenn dieselben Positionen drin sind. Deshalb lohnt es sich, jede Offerte gegen diese Liste zu halten. Fehlt ein Punkt, ist das kein Ausschlusskriterium – aber du solltest nachfragen, bevor du vergleichst. Sonst vergleichst du einen Preis, der Bearbeitung enthält, mit einem, der sie nachträglich verrechnet.
- Klar definierte Einsatzdauer mit Beginn und Ende
- Bildbearbeitung und Kuration ausdrücklich inbegriffen
- Angabe, wie viele Bilder ungefähr geliefert werden
- Lieferfrist für Highlights und für die komplette Strecke
- Auflösungen: Web und Druck, auf Wunsch Hochformate für Social Media
- Umfang der Nutzungsrechte: Kanäle, Dauer, Gebiet, Weitergabe an Dritte
- Art der Übergabe: privater Downloadlink, Verfügbarkeitsdauer, Archivierung
- Regelung für Absage und Verschiebung
- Reisekosten und allfällige Zuschläge, konkret bezifffert
Die versteckten Kosten günstiger Angebote
Ein Angebot für 300 Franken für einen halben Tag klingt attraktiv, bis man rechnet. Bei diesem Preis bleibt nach Abzug von Anfahrt, Ausrüstungsabschreibung, Versicherung, Software und Steuern kein Stundenlohn übrig, der Nachbearbeitung erlaubt. Praktisch bedeutet das eines von drei Szenarien: Du bekommst unbearbeitete Dateien, du bekommst sehr viele Bilder ohne Auswahl, oder du bekommst die Bilder in drei Wochen – wenn der Anlass kommunikativ längst durch ist.
Der zweite versteckte Kostenblock sind eingeschränkte Nutzungsrechte. Wenn in der Offerte steht, dass die Bilder für Website und Social Media verwendet werden dürfen, und du sie zwei Jahre später im Geschäftsbericht oder in einer Recruiting-Kampagne einsetzen willst, wird nachlizenziert. Bei einem Bild ist das ärgerlich, bei zwanzig Bildern ist es teuer. Deshalb ist der wichtigste Satz in jeder Fotografie-Offerte der zu den Rechten – nicht der zum Preis. Mehr dazu steht in meinem Beitrag zu Bildrechten am Firmenevent.
Wie du dein Fotobudget realistisch ansetzt
Eine brauchbare Faustregel aus der Praxis: Rechne mit zwei bis fünf Prozent des Gesamtbudgets deines Anlasses für die Fotografie. Bei einem Firmenfest für 30’000 Franken sind das 600 bis 1500 Franken – also genau die Spanne, in der ein solider Einsatz liegt. Bei einem Messeauftritt für 80’000 Franken wären es 1600 bis 4000 Franken, was einen ganzen Messetag mit Standaufnahmen, Beratungsszenen und Rahmenprogramm abdeckt.
Interessant ist der Vergleich mit anderen Budgetposten. Die Blumendekoration eines Galaabends kostet regelmäßig mehr als die Fotografie – und ist am Montag im Kompost. Die Bilder hingegen arbeiten für dich weiter: auf der Website, in der Einladung zum nächsten Anlass, in der Bewerbung für die nächste interne Budgetrunde. Wenn du ein Argument für die Geschäftsleitung brauchst, ist das meist das wirksamste.
Spartipps, die nicht die Qualität kosten
- Kürze die Einsatzdauer statt den Anspruch. Zwei gut geplante Stunden am richtigen Zeitpunkt bringen mehr als vier Stunden ohne Shotlist.
- Bündle Aufträge. Mitarbeiterporträts am gleichen Anlass sind deutlich günstiger als ein separater Shootingtermin.
- Plane früh. Kurzfristige Anfragen im November und Dezember sind teuer oder unmöglich, weil der Markt dann komplett ausgebucht ist.
- Vereinbare einen Rahmenvertrag. Wer mehrere Anlässe pro Jahr hat, zahlt pro Anlass weniger und bekommt eine einheitliche Bildsprache.
Häufige Fragen zu den Kosten
Kostet ein Eventfotograf am Wochenende mehr?
Bei mir nicht. Business Events finden fast ausschliesslich abends oder am Wochenende statt, das ist also der Normalfall und kein Zuschlagsgrund. Zuschläge entstehen nur bei Einsätzen, die nach 1 Uhr enden, an Feiertagen oder wenn eine Übernachtung nötig wird. Wenn dir jemand einen pauschalen Wochenendzuschlag verrechnet, frag nach der Begründung.
Zahlt man pro Bild?
In der Eventfotografie ist das unüblich und aus meiner Sicht auch unsinnig, weil es falsche Anreize setzt: Wer pro Bild bezahlt wird, liefert viele Bilder statt gute. Ich rechne nach Einsatzdauer ab, die Anzahl gelieferter Bilder ergibt sich aus dem Anlass. Bei zwei Stunden sind es typischerweise 60 bis 120 kuratierte Bilder, bei einem ganzen Tag 150 bis 300.
Was passiert bei einer Absage?
Bei mir kannst du bis vier Wochen vor dem Termin kostenlos absagen. Danach wird ein Teilbetrag fällig, weil der Tag freigehalten und andere Anfragen abgelehnt wurden. Bei einer Verschiebung suchen wir zuerst einen Ersatztermin – das ist fast immer die einfachere Lösung und kostet dich nichts zusätzlich.
Lohnt sich ein zweiter Fotograf?
Immer dann, wenn zwei Dinge gleichzeitig passieren, die beide dokumentiert werden müssen: Red Carpet und Apéro, Hauptbühne und Breakout-Session, Fest im Zelt und Rahmenprogramm draussen. Eine Person kann nicht an zwei Orten sein. Wenn du unsicher bist, schick mir das Programm – ich sage dir ehrlich, ob eine Person reicht.
Sind Nutzungsrechte wirklich immer enthalten?
Bei mir ja: unbefristete, weltweite Nutzung für die eigene Kommunikation deines Unternehmens. Nicht enthalten ist die Weitergabe an Dritte zu deren kommerzieller Nutzung, etwa an einen Standbauer oder Sponsor. Das ist aber jederzeit vereinbar – sag es einfach vorher, dann steht es in der Offerte.
Brauchst du einen Eventfotografen?
Du planst einen Anlass und brauchst eine Zahl fürs Budget? Erzähl mir kurz, was du planst – du bekommst in der Regel am gleichen Arbeitstag eine konkrete Offerte. Telefon 079 515 07 79, E-Mail info@romanbeer.ch oder direkt über das Anfrageformular.



